Donačka gora

ROGÁČ
ROHITSCHER BERG / DONATIBERG
DVOR – mehrperiodische Zufluchtssiedlung
Registrierungsnummer des Denkmals 30583
Unter dem Gipfel des Berges Rogáč (dt. Gehörnte) befinden sich die Spuren von einer längst verlassenen und auf Terrassen angelegten Siedlung. Der Volksname dieser Gegend heißt Dvor (dt. Hof). Die schwierig zugängliche und von der Natur geschützte Höhensiedlung ist ein stummes Zeugnis unruhiger Zeiten. Von Anfang der Bronzezeit bis Ende des Mittelalters wurden diese Gebiete von Räuberwanderungen, Kriegereinfällen, längeren Kreiegszuständen und Völkerwanderungen heimgesucht.
Der älteste nachweisbare archäologische Abdruck auf Rogáč ist der aus der späten Bronzezeit und fällt mit dramatischen Ereignissen im östlichen Mittelmeer zu Beginn des 12. Jahrhunderts v. Chr. zusammen, als die Hauptstädte der Hochkulturen in Flammen standen. Die Töpferwaren aus der frühen Eisenzeit sind eng mit reiternomadischen Skythen verbunden, die im Eroberungsgalopp aus dem Osten in das Alpengebiet eindrangen. Es ist seit langem bekannt, dass Rogáč in der Spätantike und im frühen Mittelalter den Menschen Zuflucht bot. In den turbulenten Zeiten der Völkerwanderungen wurden diese Orte mit Feuer und Schwert unterworfen und/oder in kurzlebige Staatssysteme integriert.
Als die Menschen jedoch die Angst vor den Eindringlingen verloren haben, ließen sie sich wieder im Tal und in der Tiefebene nieder. Die Zufluchtsorte auf dem Berg wurden dann für kürzere oder längere Zeit, wie es vermutet wird, als Weiden genutzt. Man darf sich sogar vorstellen, dass auf einer der Terrassen eine kleine Almhütte oder eine Käserei stehen dürfte. In der Zeit der türkischen Einfälle in Mitteleuropa wurde auf dem Berg ein Wachenposten errichtet. Die Funktion dessen war, auf drohende Gefahr durch Feuer und Kanonendonner aufmerksam zu machen.
Am Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts, entstand auf dem Berg eine Steinmetztätigkeit. Die handgefertigte Handmühlen von Rogáč waren auf dem gesamten Balkangebiet für seine außergewöhnliche Qualität berühmt. Zweifellos war Rogáč zu allen Zeiten ein ausgezeichneter Wachposten, der in der Vergangenheit nicht nur Menschen die Zuflucht und Unterschlupf bot, sondern bot auch verschiedene überlebens Chancen. Es wird vermutet, dass hier im Draugebiet, der frühe Stamm der Altslowener den Berg Rogáč und dessen Umgebung in seine mythische Tradition aufgenommen hat.
DER BERG
Im Hochmittelalter nannten die Altslowener den Berg Rogáč. Eine gute Gehstunde von dem Berg Rogáč entfernt, nahm die Burg und darunterliegende Siedlung den gleichen Namen an. Die ersten Aufzeichnungen über den Namen des Berges, der Burg und der Siedlung sind Roas (Rogáč; Jahr 1130), purch ze Rohas (Burg bei Rogáč; Jahr 1192) und de Roats (aus Rogáč; Jahr 1207).
Im berühmten hochmittelalterlichen Versroman Parzival (geschrieben zwischen 1200 und 1210) erwähnt der deutsche Romancier Wolfram von Eschenbach dreimal den Markt / die Burg / den Berg Roas. Eschenbach muss die Region Steiermark/Stire sehr gut gekannt haben, da er auch die Stadt Celje/Cyle, einen unbedeutenden Bach Grajena/Greian, der durch die Stadt Ptuj/Gandin fließt und in die goldführende Drau/Tra mündet in seinem Roman erwähnt. Jenseits dieser Mündung liegt kleiner Weiler Hajdina. Diese Orte sind bis auf wenige Ausnahmen (Sevilla/Sibylie, Sizilien/Cilia, Nantes/ Nantes und Oglej (Aquileia it.)/Aglei die einzigen in diesem Versroman, die tatsächlich auch existieren.
Zwieschen 1716 und 1719 wurde auf Rogáč die Kirche des St. Donatus gebaut. Mit ihrer Errichtung haben die deutschsprachigen Beamten den Berg nach dem christlichen Heiligen umbenannt. Währenddessen auf der josephinischen Militärkarte von 1785 noch der eingedeutschte Name Rohitscher Berg zu lesen ist, verzeichnet das Franziskanerkataster von 1824 den neuen deutschen Namen Donatiberg.
Der Kamm des Berges Rogáč mit seinem höchsten Bergpunkt (884 m über dem Meeresspiegel) besteht aus Kalkstein und Quarzsandsteinen. Der Bergkörper und der Fuß des Berges bestehen dagegen aus weichen Tertiärgesteinen, hauptsächlich Mergel. Der gesamte Berg ist mit Buchenwald bewachsen, wobei an der Nordseite von Rogáč, in einer Höhe von 600–884 m, ein Buchenurwald noch erhalten geblieben ist, der seit 1965 unter Naturschutz steht. Von den großen Säugetieren sind hier Reh, Wildschwein und Gams zu finden.
Der führende Arzt des Kurortes Rogaška Slatina, Dr. Ernst Hilar Frölich (1811-1882) aus Wien, richtete in den Jahren 1852-1856 einen Bergwanderweg zum Gipfel von Rogáč und eine kleine Schutzhütte auf dem Gipfel für seine Gäste ein. 1884 hat der Touristenverein von Rogaška Slatina direkt unterhalb des Gipfels von Rogáč eine kleine Berghütte gebaut, von der heute nur noch spärliche Ruinen zu sehen sind.
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